Gemeinsam fahren – Kosten sparen

REGION – Das Luzerner Start-Up «Hitch/Hike» bietet die Möglichkeit, online Fahrgemeinschaften zu bilden. Was zunächst für Studenten aufgebaut wurde, könnte auch für Unternehmen interessant sein.

(esa) Das vor etwas mehr als 100 Tagen lancierte Start-Up-Projekt «Hitch/Hike» bietet die Möglichkeit, über eine Internet-Plattform Fahrgemeinschaften zu bilden. Damit soll unter anderem Schulen und Unternehmen die Möglichkeit geboten werden, Fahrtkosten zu teilen, Parkplätze zu sparen und dabei noch etwas für die Umwelt zu tun.

Es begann in Horw
Den Start für ihr Projekt machte das junge Unternehmer-Team um Jean-François Schnyder beim Campus der Horwer Hochschule für Technik & Architektur. Den vielen Studenten, die aus allen Himmelsrichtungen, häufig mit dem eigenen Auto, ans Technikum gelangen, sollte die Möglichkeit gegeben werden, auf einfache Weise Fahrgemeinschaften zu bilden. So entstand die Internet-Plattform «hitchhike.ch», auf der Interessierte Angaben zu Fahrroute und Ziel machen können. Damit die Hemmschwelle nicht allzu gross ist, bei fremden Personen mitzufahren, bietet «Hitch/Hike» seinen Service für geschlossene Interessens-Gruppen, also Institutionen, Firmen oder Hochschulen, an.

Das läuft so: Die registrierten «Hitch-Hiker» (deutsch: Autostöppler) geben ihren Stundenplan und Fahr-Route ein. Die Website schlägt dann potenzielle andere Hitch-Hiker aus derselben Firma/Schule vor, welche einen ähnlichen Zeit- und Routenplan haben. Zusammen teilt sich die dadurch gebildete Fahrgemeinschaft dann die Fahrtkosten, wobei der Fahrer einen Beitrag für seine Dienste erhält. Die Beträge werden jeweils unter den Hitch-Hikern ausgemacht. Ganz nach dem Projekt-Motto: «Gemeinsam fahren – Geld & Sprit sparen». Mit-Initiant und ehemaliger Student des Horwer Technikums Jean-François Schnyder und das Team haben bisher durchwegs positive Rückmeldungen für das Projekt erhalten: «Die Studenten begrüssen das Angebot und finden die Idee sehr gut. Jedoch sind wir bestrebt, zusammen mit der Hochschule Luzern – Technik & Architektur die Anwendung unseres Service noch besser zu integrieren. Der Aufwand, um sich als Benutzer von HitchHike zu beteiligen, soll möglichst klein sein.»

Übermorgen weltweit
Nach den positiven Erfahrungen an der Hochschule möchte «Hitch/Hike» in Zukunft auch mit Unternehmen zusammen arbeiten. Momentan finden gerade Gespräche mit einer namhaften Schweizer Firma über eine mögliche Kooperation statt. Weitere Unternehmen sollen künftig folgen. Schliesslich hat das Jung-Unternehmen weitreichende Ziele. Auf der Webseite sind diese so beschrieben: «Wir sind die Plattform Nr. 1 – heute in der Schweiz, morgen international und übermorgen weltweit.» Ob sich «Hitch/Hike» auch regional durchsetzen kann, wird sich erst noch zeigen. Auf Anfrage zeigt sich die Firma Emmi beispielsweise an der Seetalstrasse durchaus interessiert. Esther Gerster, Leiterin Konzernkommunikation Emmi: «Hitch/Hike» ist eine interessante Initiative, die wir grundsätzlich begrüssen und die wir gerne prüfen werden. Erschwerend bei Emmi kommt allerdings hinzu, dass Mitarbeitende während eines Tages oft innerhalb der verschiedenen, geografisch verteilten Betriebe zirkulieren müssen und folglich auch während des Tages flexibel sein müssen.» Auch von der Ruag, welche in Emmen 700 sehr stark ausgelastete Parkplätze bewirtschaftet, kommen interessierte Töne: «Sicherlich eine gute Idee, da ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll. Kann eine interessante Variante sein und würde wohl von Mitarbeitenden auch genutzt.», so Mediensprecher Jiri Paukert.

Kleine Tat – Grosse Wirkung
Bereits wenn wenige Fahrgemeinschaften zu Stande kommen, hat das eine grosse Wirkung: «Wenn ein/e Arbeitnehmer/in, welche vorher fünf Mal die Woche mit dem Auto allein zur Arbeit fährt, durch unser Angebot aber vielleicht ein oder zwei Mal pro Woche von einer Fahrgemeinschaft profitieren kann, ist das schon ein Gewinn für alle Beteiligten. Es wird weniger Treibstoff verbrannt und es gibt mehr Platz auf der Strasse und den Parkplätzen. Auch die finanziellen Ersparnisse summieren sich so schlussendlich auf einen erheblichen Betrag», so HitchHike-Sprecher und Projektleiter Schnyder. Nicht zu unterschätzen sind auch die Fahrkosten die sich während der Arbeitszeit unter den verschiedenen Firmenstandorten ergeben und von den Unternehmen getragen werden. Die Partner-Unternehmen der ersten Stunde können zudem ihre individuellen Bedürfnisse bei der Zusammenarbeit mit «HitchHike» einbringen, um so eine optimale Lösung für ihre Firma zu finden.

Schliesslich ist das Ziel, dass alle von dem einzigartigen Projekt profitieren und es keine Verlierer gibt.

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